Die Geschichte unserer Glocken

In der Hergisdorfer St. Ägidiuskirche befinden sich 3 Glocken unterschiedlicher Größe.

Vermutlich wurden diese bereits in den 1960-er Jahren mit einem elektrischen Antrieb mit zugehöriger Steuerung ausgestattet. Die Verkabelung der gesamten Glockenanlage wurde mit den damals zur Verfügung stehenden Materialien ausgeführt.

Während die Glocken selbst, ihr Stuhl und die Aufhängung im Kirchturm die Jahre recht gut  überstanden haben, sind die gesamte Elektroanlage und die zugehörige Steuerung nicht mehr nutzbar. Die Kabel sind unbrauchbar und die Steuerung zerfällt.

 

Wir möchten gern, dass unsere Glocken wieder läuten und auch die Turmuhr soll wieder schlagen.

 

Begleiten Sie uns auf diesem Weg. Wir werden in der kommenden Zeit hier über Erfolge oder auch Fehlschläge berichten 

 

Die Glocken von Paul Gerhardt

 

Bereist man den Spreewald, kommt man irgendwann in die Stadt Lübben. Mittig des Ortes steht die Paul Gerhardt Kirche. Paul Gerhardt war ein deutscher Theologe und wurde im März 1607 in Gräfenhainichen geboren. Paul soll ein „eifriger und fleißiger Schüler“ gewesen sein, der Talent für Musikalisches und theologische Zusammenhänge hatte. Sein Studium der Theologie und Philosophie finanzierte Paul Gerhardt durch Arbeit als Hauslehrer. Die Zeiten waren hart. Viele Menschen fielen der Pest, dem Dreißigjähren Krieg, den Pocken und der Ruhr zum Opfer. Auch Paul Gerhardts Familie und Freunde blieben nicht verschont. In dieser Zeit machte Paul Gerhardt durch seine Lieder und Gedichte den Menschen Hoffnung. Insgesamt schrieb Paul Gerhardt über 130 Kirchenlieder, die in zahlreiche Sprachen der Welt übersetzt wurden. Heute findet man sie in ihrer Vielfalt in unseren Kirchengesangbüchern. „Geh aus mein Herz und suche Freud“, „ich bin ein Gast auf Erden“, „du meine Seele singe“ oder „O Haupt voll Blut und Wunden“ sind rund um den Erdenball bekannt.

Paul Gerhardt vertrat die Standpunkte Martin Luthers und stritt aktiv um die künftige Ausrichtung der religiösen Ansichten in unseren Kirchen. Da er sich damit gegen die regierenden Fürsten positionierte, wurde er als Pfarrer seines Amtes enthoben. Seine letzte Station war Lübben. Hier wirkte er organisatorisch und seelsorgerisch bis er im Mai 1676 verstarb.

Lauscht man heute den Vorträgen und Führungen in der Kirche nimmt man wahr, mit welcher Hochachtung und Wertschätzung man von Paul Gerhardt spricht.

Das Geläut der Paul Gerhardt Kirche besteht aus drei Bronzeglocken. Auch hier mussten Zwei davon für Kriegszwecke geopfert werden. 1963 wurden diese dann wieder ersetzt. Doch leider stellte man bald fest, dass der Turm durch die Schwingungen Risse bekommen hat, und das Läuten wurde eingestellt. Sogar der Abriss des Turmes wurde erwogen. Ein Baufachmann aus Dresden entwickelte jedoch eine Konstruktion zur Stabilisierung. Heute kann man in der gesamten Stadt die Glocken Paul Gerhardts hören. Erst erklingen die beiden kleinen und zögerlich stimmt die große Glocke ein. Ein wunderschöner Klang, der von Lübben in den Spreewald zieht.

In wenigen Wochen wird es auch bei uns soweit sein. Die Arbeiten gehen dem Ende entgegen und bald hören wir den Klang der Hergisdorfer Glocken im Mansfelder Grund.

 

Großartige Unterstützung

 

Immer wieder werden wir in unseren Dörfern auf unsere Vereinsarbeit angesprochen. „Was habt Ihr denn so geplant“? „Hoffentlich gibt es bald wieder eine schöne Veranstaltung“. „Wir haben die Glocken gehört - wie laufen denn die Instandsetzungsarbeiten?“ Die Idee unsere Glocken wieder erklingen zu lassen, findet ein breites und großartiges Echo. Kürzlich erhielten wir den Anruf einer Hergisdorfer Familie, die uns erzählte, wie sehr sie sich darauf freuen, die Glocken in Hergisdorf bald wieder zu hören. Sehr gern möchten sie mit einer Spende dazu beitragen die Reparaturarbeiten zu unterstützen. Hierfür möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.

 

Herzlichen Dank an Marlis und Ulrich Berliner aus Hergisdorf

Das rätselhafte Schweinchen

 

Im Turm unserer Kirche findet man die nebenstehende Behandlungsvorschrift für Glockengeläute. Die Glockengiesser aus dem thüringischen Apolda geben wichtige Hinweise. Leider kann man nicht erkennen, wann sie geschrieben wurden. Heute läutet man elektrisch, aber das hat eben auch so seine Tücken. Um den elektrischen Impuls zu erzeugen verwendet man Kontaktgeber, die in einer bestimmten Lage den Stromfluss ermöglichen. Das ist notwendig damit für eine kurze Zeit der Motor eingeschaltet wird, der seine Drehbewegung auf das Seilrad überträgt. Damals wie heute übernehmen sogenannte Quecksilberschweinchen diese Aufgabe. Ein lustiger Name, man stelle sich ein Schweinchen vor, dass die Glocken läutet. In der Tat wird durch das Ein und Aus des Motors dieses Quecksilberschweinchen hin und her bewegt. Es gibt diesen elektrischen Impuls, der den Antriebsmotor kurze Zeit mit Strom versorgt und somit die Glocke bewegt. Wie so oft im Leben sind diese Quecksilberschweinchen mit Wischkontakt aber im Augenblick nicht zu haben. Wer kann uns helfen oder weiss, wo diese zu bekommen sind? Übrigens sind diese Bauelemente völlig harmlos, trotz des vermeintlichen Quecksilbers.

 

(zum Vergrössern bitte auf das Bild klicken)

 

Pfingsten im Mansfelder Grund

 

Wenn man in diesen Tagen am Abend durch unsere Dörfer spaziert, hört man das vertraute Knallen der Peitschen. Sicher wird es in diesem Jahr etwas anders verlaufen - unser Pfingstfest im Mansfelder Grund. Aber alles geht vorüber, und im kommenden Jahr gibt es wieder Maien, Umzüge, Tanz und die Waldpartie.....

 

Wir wünschen Ihnen ein schönes und gesegnetes Pfingstfest

Bald wird die elektrische Steuerung eingebaut

 

Viele Stufen muss man erklimmen, um vom Kirchenschiff aus die Glocken zu erreichen.

Den gleichen Weg wird bald die neue, elektrische Steuerung nehmen, die zurzeit durch eine Fachfirma gefertigt wird.

Früher wurden die Glocken von Hand geläutet, und so mussten die Küster oder Kirchendiener meist in den Kirchturm steigen. Hier befanden sich die Läuteseile, an denen dann gleichmäßig gezogen wurde, um die Glocken zum Schwingen zu bringen. Die Glocken selbst hängen an drehbaren Balken, oder Stahlträgern, die wiederum im Glockenstuhl gelagert sind. Das Läuteseil ist entweder über einen langen Hebel, dem Läutearm, oder einem Seilrad mit diesem drehbaren Balken, dem Glockenjoch verbunden. In der Glocke hängt der bewegliche Klöppel. Durch das Schwingen der Glocke schlägt der Klöppel an und erzeugt hierbei den bekannten, schönen Ton. Die Tonhöhe ist abhängig von der Größe und den Eigenschaften der Glocke.

Wir möchten in Hergisdorf den vorhandenen elektrischen Antrieb der Glocken weiter verwenden. Bei dieser Antriebsart treibt ein Elektromotor über eine Kette mit Drahtseilen das Seilrad an. Um diese Motore so zu steuern, dass die Glocke ins Schwingen kommt, benötigen wir die neue elektrische Steuerung.  

 

Ein Problem mit einem "Schweinchen" ist aufgetaucht, hierüber werden wir demnächst berichten.

Wann schlagen Kirchturmuhren?

 

Das mechanische Uhrwerk in unserem Kirchturm wurde 1890 eingebaut. An jeder der 4 Turmseiten befindet sich ein Ziffernblatt mit den Zeigern. Diese werden über eine geschickt konstruierte Umlenkung vom Uhrwerk aus angetrieben. Ähnlich funktioniert das Schlagwerk. Mittels Seilzugs und Umlenkhebel wird ein Hammer bewegt, der dann zur vollen und halben Stunde auf die große Glocke trifft. Angetrieben wird die Uhr durch zwei schwere Gewichte, die von Hand aufgezogen werden. Hierzu verwendet man eine Kurbel und dann viel Muskelkraft. Eine ganze Woche läuft die Uhr und dank Bernd Ziervogel so ziemlich genau.

In der Regel schlagen Kirchturmuhren rund um die Uhr, also am Tag und auch in der Nacht. Wenn man bei offenem Fenster nachts wach liegt, hört man wie die Stunden vergehen und der sanfte Schlag der Kirchturmuhr erzählt uns, wie spät es ist.

In Hergisdorf möchten wir den Stundenschlag nachts abschalten. Die Uhr soll abends bis 23.00Uhr und dann am Morgen wieder ab 06.00Uhr schlagen.

Was ist Ihre Meinung hierzu. Schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Ihre E-Mail.     

 

Kürzlich sind alte Fotos aufgetaucht. Sie zeigen vermutlich die Glockenweihe der beiden neuen Stahlglocken zu Hergisdorf und den Festgottesdienst. Es ist ja schon eine ganze Weile her, aber vielleicht erkennt der eine oder andere sich selbst, Freunde oder Verwandte.

 

 

Glockenweihe in Hergisdorf ?

 

In vielen Kirchen wurden im Krieg die Glocken demontiert und umgeschmolzen. 

 

Das nebenstehende Foto aus Hergisdorf zeigt, wie in den 1950er Jahren neue Glocken geweiht wurden, damit sie wieder im Turm erklingen.

 

Könnte das Foto die Glockenweihe von Hergisdorf zeigen?

 

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns schreiben falls Sie den Ort oder Personen erkennen.

 

Auch wenn Sie im Besitz alter Fotos oder weiterer Informationen sind, die dieses Ereignis beschreiben, freuen wir uns über Ihre E-Mail.  

 

Auf Wunsch behandeln wir Ihre Informationen auch vertraulich.

Das Alte weicht dem Neuen

 

So schauen sie aus, die alten Kabel und Rohre. In den1950-er Jahren waren Kabel aus Kupfer eine Seltenheit und kaum zu haben. Aluminium war das Zauberwort, und so wurden auch in der Hergisdorfer Kirche Leitungen für die Glocken aus Aluminium eingebaut. Diese müssen nun weichen und machen Platz für Neues.

Die alte Steuerung unserer Glocken

 

Viele Jahre haben diese Schalter ihren Dienst getan. Inzwischen arbeiten sie jedoch nicht mehr zuverlässig und müssen ausgetauscht werden. Die Neueinrichtung übernimmt eine Fachfirma.

Bernd Ziervogel

 

aus Hergisdorf mag technische Geräte. Geräte die sich drehen, bewegen, die Uhrzeit anzeigen oder den Eisenbahnverkehr kontrollieren. Viele Jahre arbeitet er schon als Mechaniker und setzte so manche Anlage wieder in Bewegung. Auch die Turmuhr unserer Kirche verdankt seinen goldenen Händen ihren sicheren Gang. Lange hat er dran gearbeitet und bald schon wird sie wieder zur vollen

und halben Stunde schlagen. Eine großartige Leistung.   

Herzliches Dankeschön an Bernd Ziervogel.

 

Die drei Glocken im Turm der St. Ägidiuskirche

 

Auf der großen Glocke ist die Jahreszahl 1956 zu erkennen. Vermutlich wurde sie gemeinsam mit der mittleren Glocke um diese Zeit wieder in den Turm gehoben. Die kleine Glocke trägt einen umfassenden Schriftzug. Im Licht der Taschenlampe taucht ein Name auf, der vielen Hergisdorfern und auch den Einwohnern im Mansfelder Grund noch gut bekannt sein dürfte.

Die kleine Glocke ist vermutlich viel älter, denn im Gegensatz zu ihren großen Schwestern wurde sie aus Bronze gegossen.

 

Die Idee

Früher, so hört man im Dorf, schlug die Uhr zur vollen und zur halben Stunde. Abends und zum Gottesdienst läuteten die Glocken. Auch wenn jemand verstarb, begleiteten ihn die Glocken auf seinem letzten Weg. Die Zeiger der Turmuhr werden durch ein Uhrwerk aus dem Jahr 1890 angetrieben. Gestiftet wurde es von einer Familie nach einem schweren Schicksalsschlag. Seither sorgen ein Pendel, schwere Gewichte und ab und an ein Tropfen Öl für einen zuverlässigen Gang.

 

Im Nachbarort Kreisfeld findet man nur noch eine Glocke im Kirchturm. Die Anderen wurden im Krieg als Glockenopfer demontiert. Das Schweigen der Glocken ging damals einher mit dem Schweigen der Bevölkerung angesichts unfassbarer Gräueltaten. Im vergangenen Jahr konnte in Kreisfeld lange Zeit nicht geläutet werden. Komplizierte Instandsetzungsarbeiten nahmen mehrere Monate in Anspruch. Unmittelbar nach der Reparatur und den ersten Klängen vom Kirchturm fragten spielende Kinder warum so lange Zeit keine Glocken zu hören waren. Sie erklärten uns wie schön und wichtig doch das Läuten der Kirchenglocke sei. „Denn wenn die Glocke allabendlich um 18.00Uhr zu hören ist wissen wir, dass wir bald zu Hause sein müssen.“ Glocken sorgen für einen gemeinsamen Lebensrhythmus, denn das Läuten ist weithin zu hören. Wenn die Uhr zur Stunde schlägt, nimmt man wahr, wie eine Stunde nach der anderen vergeht.

In Wimmelburg schrieb man im Mittelalter dem Glöckchen auf dem Kirchturm gar heilende Kräfte zu und viele Menschen kamen um dem Klang des Glöckchens zu lauschen, auf Genesung hoffend.

 

Heute ist es schön, wenn man begreift, welchen Schatz ein Ort mit seinen Glocken hat.

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